US-Soldaten überlassen Söldnern das Feld

In Afghanistan und im Irak sind in den vergangenen Monaten erstmals mehr US-Söldner und Zivilangestellte von Sicherheitsfirmen getötet worden als US-Soldaten. Pentagon-Experten warnen vor der zunehmenden Privatisierung der Kriegsführung, die weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.Statistik.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

In den vergangenen Monaten sind viele US-Söldner und Zivilangestellte amerikanischer Sicherheitsfirmen im Irak und Afghanistan getötet worden, gibt das amerikanische Arbeitsministerium zu. Zwischen Januar und Juni starben auf den beiden Kriegsschauplätzen mehr als 250 Zivilisten, angestellt bei Vertragsfirmen des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Im gleichen Zeitraum kamen 235 US-Soldaten ums Leben. Damit wurden nach Recherchen der amerikanischen Journalistenorganisation ProPublica zum ersten Mal in der US-Geschichte mehr Söldner als Soldaten getötet – und zwar innerhalb eines Halbjahres auf zwei zentralen Kriegsschauplätzen.
US-Soldaten raus, Söldner rein.

„Tausende von Amerikanern haben im Irak und in Afghanistan ihr Leben gegeben“, pflegt US-Präsident Barack Obama zu sagen, wenn er an den Tod von über 5500 US-Soldaten während der vergangenen neun Jahre erinnert. Die Tatsache, dass im selben Zeitraum über 2000 Angestellte von privaten Subunternehmen des amerikanischen Verteidigungsministeriums ums Leben kamen, war der US-Regierung bisher kaum ein Wort wert. Von einer rapide zunehmenden Privatisierung der amerikanischen Kriegsführung sprechen mittlerweile Pentagon-Experten. Nachdem Obama die Kampfhandlungen im Irak offiziell beendet hat, heißt die Devise nun: US-Soldaten raus, Söldner rein.

86.000 Beschäftigte paramilitärischer US-Firmen seien allein im Irak stationiert, berichtet Pentagon-Experte Tom Bowman im nationalen Radiosender NPR. Insgesamt stehen den zur Zeit 150.000 US-Soldaten im Irak und in Afghanistan mittlerweile 200.000 amerikanische Privatsoldaten und sogenannte Sicherheitsexperten gegenüber.
Die genaue Zahl? Ein Staatsgeheimnis

Diese hohe Zahl sei für viele Amerikaner wahrscheinlich schockierend, sagt Pentagon-Experte Bowman. Kein Wunder: Die Zahl wird wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Die Amerikaner sollen nicht wissen, dass der Krieg zum Beispiel im Irak mit Hilfe privater Militärfirmen weitergeht, nachdem er doch eigentlich offiziell beendet wurde. Und die Öffentlichkeit sollte auch nicht erfahren, wie viele Sicherheitskräfte amerikanischer Privatfirmen im Irak und in Afghanistan ums Leben kamen. Erst nach einer gerichtlichen Anweisung sah sich das für Söldner zuständige US-Arbeitsministerium zur Transparenz gezwungen. Die genaue Zahl der Getöteten kennt allerdings selbst das Ministerium nicht, denn häufig verschweigen amerikanische Söldnerfirmen den Tod ihrer Angestellten.

Unter diesen Angestellten sind Leute aus Ländern wie Malaysia oder den Philippinen, die Essensrationen an US-Soldaten verteilen oder Toiletten in den Militärlagern schrubben. Dazu gehören auch pensionierte US-Militärs, die jetzt im Auftrag einer privaten Verteidigungsfirma Radaranlagen reparieren, Minen entschärfen und Diplomaten schützen.

Immer mehr militärische Aufgaben werden ausgelagert, so Pentagon-Experte Bowman. Die Privatisierung des Krieges kommt sowohl den Strategen im Weißen Haus als auch im Pentagon entgegen: denn die Bilder der getöteten US- Soldaten werden regelmäßig in Amerikas Zeitungen veröffentlicht. Zudem sorgen verzweifelte Irak- und Afghanistan-Veteranen, die nach ihrer Heimkehr Selbstmord begehen, für Negativ-Schlagzeilen.

Über getötete Mitarbeiter von Söldnerfirmen wie Xe (ehemals: Blackwater) oder DynCorp hingegen berichtet kaum jemand. Und für die Zahl der kriegsbedingten Selbstmorde von US-Söldnern gibt es nicht einmal eine

Baraak ALLAHU fiik für den Artikel

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Eine Antwort

  1. BarkAllahu fiiki – Bitte diesen Artikel gleich an Bekannte weiterleiten….

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