Dritte Welt: Von den Reichen gebeutelt?

BarakAllahu fiik an Bruder Abdullah der uns diesen Artikel geschickt hat…

Obwohl der Artikel aus dem Jahr 1979 ist, hat sich die dreiste Vorgehensweise der Industrieländer gegenüber den Entwicklungsländern kein bisschen geändert. Im Gegenteil, die Methoden sind noch skrupelloser geworden, wie ihr im anschließenden Dokumentarfilm sehen könnt.

Dritte Welt: Von den Reichen gebeutelt?

Der Spiegel 1979

Es nimmt sich aus wie ein Exempel gelungener Entwicklungshilfe: Maschinenfabriken aus den Industriestaaten lieferten die Ausrüstung, westliche Experten brachten das Know-how. In vielen Entwicklungsländern, in Sri Lanka etwa oder in Kenia, wuchs so eine ordentliche Textilindustrie heran.

Spätestens seit Mitte der siebziger Jahre waren diese Fabriken soweit, nicht nur die heimische Bevölkerung mit Hosen oder Hemden auszustatten; die afrikanischen und asiatischen Textilunternehmen wollten ihre Waren auch exportieren, so, wie sie es bei ihren Lehrmeistern aus Europa und Nordamerika abgeguckt hatten.

Doch da endet das Lehrstück auch schon. Denn ein Industrieland nach dem anderen machte zum Schutz der eigenen Textilindustrie die Grenzen dicht. Die perfektionistischen EG-Europäer etwa schlossen mit 32 Entwicklungsländern einen dickbändigen Vertrag, in dem sich die Textilproduzenten in der Dritten Welt für fünf Jahre mit bescheidenen Lieferquoten abfinden müssen. Ohne diesen Vertrag hätten die asiatischen oder afrikanischen Textilverkäufer in einigen europäischen Ländern überhaupt nichts mehr absetzen können.

So gern die Industrieländer auch an den eigenen Lieferungen nach Asien, Afrika oder Südamerika verdienen, die Produkte, die dort auf den Maschinen aus den Industriestaaten hergestellt werden, sind in den besser entwickelten Regionen der Erde höchst unerwünscht.

Verbrecher bei der Arbeit - die G8 Regierungschefs

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Nicht nur Textilien: Die Industriestaaten wehren sich gegen Schuhe oder Fahrräder, gegen Elektrogeräte oder Keramik.

Die EG, aus der reihenweise schlüsselfertige Stahlfabriken in die Dritte Welt geliefert wurden, schottet sich inzwischen sogar gegen Stahleinfuhren ab. Die billigen Importe aus den Entwicklungsländern, so fürchten Politiker und Unternehmer bei den Entwickelten, gefährdeten im eigenen Land Fabriken und Arbeitsplätze.

„Erst ermuntern die Industriestaaten uns, eine eigene Industrie aufzubauen und Schulden zu machen“, beklagte sich voriges Jahr Indiens Premier Morardschi Desai beim Bonner Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff, „doch wenn wir wettbewerbsfähig sind, schließen sie die Märkte.“

Die Wunschliste der Habenichtse ist lang. Sie fordern nicht nur, daß die Industriestaaten die Märkte für ihre Waren öffnen, sie verlangen auch entschieden

* mehr öffentliche Entwicklungshilfe;

* verbesserten Zugang zur westlichen Technologie, möglichst sogar kostenlose Überlassung von Knowhow- und Fertigungslizenzen;

* größere Mitspracherechte im internationalen Finanzsystem, besonders bei der Vergabe von Krediten etwa durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank.[….]

Das Abtragen des Schuldenbergs, argumentieren die Wirtschaftsstrategen der Dritten Welt, geht zwangsläufig zu Lasten von Investitionen, die für die weitere Entwicklung dringend erforderlich wären. Für eine zunehmende Zahl von Ländern ist es sogar schwierig geworden, überhaupt ihre Schulden zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Denn ihre Exporterlöse wuchsen langsamer als die Rückzahlungsverpflichtungen.

Was die Politiker der Entwicklungsländer besonders erbost, ist die Tatsache, daß sich die Gewaltigen aus den Industriestaaten dabei gebärden wie die Oberaufseher einer Bank: Sie binden die Kredite an Auflagen, die für die Schuldner einem Verzicht auf wirtschaftspolitische Souveränität gleichkommen.

Der Ärger in der Dritten Welt über solch nachkoloniales Gebaren ist um so größer, als die Industriestaaten bei den selbsteingegangenen Verpflichtungen in der Entwicklungshilfe weit hinter dem Soll herhinken. Zum einen läßt die Qualität der Hilfe noch immer sehr zu wünschen übrig. Und zum anderen zeigen sich die Industriestaaten weiterhin überaus knausrig.

Seit Jahren haben die meisten der reichen Nationen Entwicklungshilfezahlungen in Höhe von jährlich 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts als angemessen anerkannt. Doch seit 1970 wurde nie ein Durchschnittssatz von 0,36 Prozent überschritten.[…]

Da verhandelten die im Weltzollverein Gatt (General Agreement on Tariffs and Trade) zusammengeschlossenen Länder fünf Jahre lang über einen Abbau der Handelsschranken. Am Ende hatten die Industriestaaten die Wünsche der Entwicklungsländer nach bevorzugtem Zutritt zu den großen Märkten der entwickelten Welt geschickt beiseite geschoben. Ein Arsenal von Schutzklauseln erlaubt es nun weiterhin, Importe abzublocken.

Quelle: derSpiegel


Dokumentarfilm: Wie die EU Afrika in die Armut treibt 1/9

Ein sehenswerter Film über die systematische Ausbeutung seitens der EU.

An dieser Stelle möchten wir an zwei passende Artikel zu diesem Thema erinnern:

Wirtschaft unter der Schari’ah und die Pläne der Kuffar

Verdorbene Hilfslieferungen

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2 Antworten

  1. schon allein der name „dritte welt“
    da ist der ganze hochmut und die ganze aroganz des westens drin
    allah hat nur eine erde erschaffen für alle menschen
    aber hochmut kommt vor dem fall
    hochmut die erste sünde

  2. Würde jegliche ‚Hilfe‘ etwas bringen, so hätte ich mich gewundert. Dass man sowas in die Hände der ‚Industrieländer‘ legt und auch noch glaubt, dass es den Leuten ‚woanders‘ gut geht zeugt von Ignoranz.

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